Verantwortung und Rechenschaftspflicht für den Einsatz von KI in der Strafverfolgung in der Europäischen Union

Verloren im Verhandlungsprozess?

Autor*innen

DOI:

https://doi.org/10.60935/mrm2025.30.2.28

Schlagworte:

KI-Verordnung, Strafverfolgung, Rechenschaft, Anfechtbarkeit, Risikoregulierung, Grundrechte, Digitalpolitik

Abstract

Dieser Beitrag untersucht die Anwendung der europäischen KI-Verordnung auf den Bereich der Strafverfolgung und zeigt auf, wie dieser Bereich in den risikobasierten Ansatz integriert ist und inwiefern dies zu einer Schwächung von Schutzmaßmechanismen für betroffene Personen führen kann. Es wird argumentiert, dass der neu geschaffene Rahmen für Rechenschaftspflichten sehr komplex ist, aber nur begrenzte Anfechtungsmöglichkeiten für betroffene Personen bietet. Um einen echten Grundrechtsschutz zu gewährleisten, sollten die enthaltenen Ausnahmen (‚Hintertüren‘) kritisch betrachtet, Anfechtungsmechanismen gestärkt und die Verantwortlichkeiten von Anbietenden und Betreibenden von Hochrisiko-KI geklärt werden. Ein rechtsbasierter Ansatz sollte in den risikobasierten Ansatz an geeigneten Stellen integriert werden, damit klargestellt wird, dass Grundrechte als nicht verhandelbar behandelt werden. Dies ist unerlässlich, um den Einsatz von KI mit dem in der KI-Verordnung verfolgten doppelten Ansatz von Grundrechtsschutz und Innovationsförderung in Einklang zu bringen.

Autor/innen-Biografien

Steven Kleemann, Universität Potsdam

Steven Kleemann is a doctoral researcher at the Faculty of Law at the University of Potsdam as well as a researcher and policy advisor on digitalisation, AI & human rights at the German Institute for Human Rights. At the time of writing this article, he was a researcher at the Berlin Institute for Safety and Security Research (FÖPS Berlin), working on a project concerning legal aspects of trustworthy AI for police applications. His research focuses on international law, human rights, AI, and security law.

Milan Tahraoui, Centre Marc Bloch; Paris 1 Pantheon-Sorbonne University; Free University of Berlin

Milan Tahraoui is a doctoral researcher associated with the Centre Marc Bloch, as well as a Ph.D. candidate at both the Paris 1 Pantheon-Sorbonne University and the Free University of Berlin. At the time of writing this article, he was a researcher at the Berlin Institute for Safety and Security Research (FÖPS Berlin), working on a project examining the issues surrounding the use of so-called trustworthy AI applications in law enforcement. His research focuses on international and European law, human rights, digital surveillance, AI and security law.

Veröffentlicht

2026-02-17

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